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Programm

KÄMPFENDE HÜTTEN – Urbane Proteste in Berlin von 1872 bis heute

Ausstellung . Veranstaltungen . Filme

01.–18. Oktober 2015
TheaterSpielRaum . Bethanien-Südflügel . Mariannenplatz 2B
10997 Berlin-Kreuzberg

Die Ausstellung ist von von Do–So, je 16-19 Uhr, geöffnet. Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr

 

Kotti & Co., die Palisadenpanther, blockierte Zwangsräumungen, Refugees besetzen eine ehemalige Schule, Rentner_innen ihre Freizeitstätte, nachts brennen Autos und jetzt werden Unterschriften für einen Mietenvolksentscheid gesammelt. Die Kämpfe um die Stadt in Berlin nehmen zu und zwar rasant. Aus NachbarInnen werden solidarische Nachbarschaften, die sich gegen steigende Mieten, Zwangsräumungen und Verdrängung wehren.

Aber wer hat schon einen Überblick über die aktuellen Kämpfe? Oder gar über die Geschichte urbaner Proteste in Berlin? Wer weiß schon, dass Ulrike Meinhof im Märkischen Viertel Stadtteilarbeit machte? Wie war das mit dem Häuser besetzen in West und Ost und wo wird gerade die Stadt der Zukunft verhandelt?

Wir sind auf alle Fälle dabei, mit unserer Ausstellung „KÄMPFENDE HÜTTEN – Urbane Proteste in Berlin von 1872, den Blumenstraßenkrawallen, bis heute. Vom 01.10.2015 bis 18.10.2015 im TheaterSpielRaum im Südflügel des Bethanien in Kreuzberg, jeweils von Donnerstag bis Sonntag. Abends dann mit Filmen und Diskussionen und aktuellen Planungen für eine Stadt für alle und natürlich mit uns.

 

PROGRAMM DER ERSTEN WOCHE

Do 1.10. / Vernissage mit Kulturprogramm / „Friede den Hütten, Krieg den Palästen!“ / Weber-Herzog Musiktheater mit Christa Weber, Christof Herzog, Adi Kantor, Sinje Kätsch, Anneli Echterhoffs
Über Gentrifizierung, Vertreibung der Bürger aus den Innenstädten, erzählt dieses kleine Musiktheaterstück am Beispiel der Abrisspläne der Wilhelmstrasse in Berlin-Mitte

Fr 2.10. / 45 Jahre Hausbesetzungen in Berlin / Ein kleiner Abriss der Geschichte Berliner Hausbesetzungen in den letzten 46 Jahren von 1969 bis 2015 mit Kurzclips,Videos und Beiträgen einzelner Akteur*innen unterschiedlicher Epochen mit anschließender Diskussion und Debatte.

Sa 3.10. / Stadtteilarbeit und Frauenfilm am Beispiel des Films „Für Frauen – 1. Kapitel“ mit der Filmemacherin Christina Perincioli / Film und Lesung

So 4.10. / Einladung zum Treffen der Stadtteilgruppen, MieterInnenInitiativen, Einzelkämpfer_innen / stellt kurz eure Gruppe, eure Ini, das aktuelle Projekt oder „Drama“ vor / was immer wir daraus gemeinsam entwickeln … allein machen sie dich ein – gemeinsam sind wir stark

PROGRAMM DER ZWEITEN WOCHE

Fr 9.10. / Bewegung wird gemacht – der Beginn der Westberliner Hausbesetzungsbewegung 79/80 Stadtführung mit einem „Protagonisten“ / „Turm“, Fraenkelufer, Heinrichplatz. Mit der Besetzung des Turms begann im September 79 eine neue Welle von Hausbesetzungen in Kreuzberg 36. Mit Besetzerrat, Unterstützer_innen und Neubsetzungen organisierte sich 80 eine neue Bewegung. Am 12.12.80 verhinderten die Bullen eine Neubesetzung am Fraenkelufer und provozierten die ersten Straßenschlachten. Die Bewegung verbreiterte sich rasant und im Mai 81 waren 168 Häuser besetzt…
Samstag, 10.10.2015, 15.00-17.00 Uhr / Treffpunkt: Vor der Ausstellung

Fr 9.10. / Die Anfänge der Berliner Mieter_innenbewegung 1872-1933 / Steigende Mieten und Spekulation sind kein neues Phänomen in Berlin. Auch im 19. Jahrhundert wehrten sich Mieter_innen gegen die Verwertung ihres Wohnraums / Führung

Sa 10.10. / „Verdrängung hat viele Gesichter“ Dokumentarfilm , 94 min , Berlin / Film in Anwesenheit der Filmemacher_innen mit anschließender Diskussion & Resumee 6 Jahre „radikale Stadtteilarbeit“

So 11.10. / Berlin in Bewegung – auf den Spuren von Protest und Widerstand der Migration / Stadt ist Migration, Migration ist ein turbulenter Prozess von Eingrenzung, Ausschluss, Hybridisierung, Differenzierung, kollidierenden Interessen und affektiver Solidarität. Bei der Fahrradtour werden wir versuchen, die Stadtgeschichte von Berlin als Migrationsgeschichte auszuloten.
Sonntag, 11.10.2015, 14.00-17.00 Uhr / Treffpunkt: Vor der Ausstellung

 

PROGRAMM DRITTE UND LETZTE WOCHE

Do 15.10. 19 Uhr / Hausbesetzungen in Ostberlin / Erzählcafe
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Fr 16.10. 19 Uhr / „Wohnen in der Krise“ – Internationale Kämpfe

Fr 16.10. 19-21Uhr / Archiv-Sammeltag zum Thema Hausbesetzungen

Am Freitag, 16.Oktober 2015 von 19-21Uhr kannst Du uns Dokumente zu stadtpolitischen Kämpfen vorbeibringen, die noch in Deiner Privat-Sammlung, bei Freund*innen oder im Hausprojekts-Keller vergraben sind. Bring uns Flugblätter, Besetzungserklärungen, Fotos, Protest-Sticker oder anderes…

Wir verteilen sie an die entsprechenden Archive oder werden vor Ort Bilder scannen, die Du nicht aus den Händen geben willst. Parallel findet in den Räumen die Veranstaltung »Wohnen in der Krise – Internationale Kämpfe« statt.

Eine Aktion vom Papiertiger-Archiv, Umbruch-Bildarchiv und Berlin Besetzt

Welche Archive? Freie Archive sind das Gedächtnis der Bewegung – und leisten einen wichtigen Beitrag, ihre Geschichte zu erzählen. Gerne kannst Du zu den jeweiligen Öffnungszeiten direkt dort vorbeikommen:

Das PAPIERTIGER ARCHIV in Berlin Kreuzberg sammelt sein Anfang der 1980er-Jahre Druckerzeugnisse der sozialen Bewegungen.
Das UMBRUCH-Bildarchiv existiert seit 1988. Zahlreiche FotografInnen, die den sozialen Bewegungen nahe stehen, haben dem Archiv ihre Fotos zur Verfügung gestellt. Umbruch beherbergt rund 30.000 Fotos zu sozialen und politischen Brennpunkten, so auch eine umfangreiche Sammlung zur Geschichte der Hausbesetzungen in Berlin.
Berlin Besetzt ist ein interaktiver Online-Stadtplan und digitales Archiv zu Hausbesetzungen in Berlin.
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Sa 17.10. 19 Uhr / Dokumentarfilm „Mietrebellen“ in Anwesenheit des Filmemachers Matthias Coers /
Danach gemeinsames Singen ihres Protestliedes nach der Melodie von „Bella Ciao“ mit den Senior_innen des Hansa-Ufer 5, die sich gegen ihre Raussanierung durch den Immobilienkozern Akelius wehren (www.hansa-ufer-5.de)
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So 18.10. 14.00 Uhr / Stadtführung: „Anarchismus in Kreuzberg bis 1933“ / Treffpunkt: 14.00 Uhr vor Oppelner Straße 45 (nahe U-⁠Bhf. Schlesisches Tor) / Veranstalter: Gustav Landauer Denkmal Initiative (www.gustav-landauer.org) / Die Führung endet ca. 17.00 Uhr in der Ausstellung

Für die Entwicklung der deutschen anarchistischen Bewegung bis 1933 fungierte Berlin stets als wichtiges Zentrum. Gerade Kreuzberg spielte dabei eine herausragende Rolle: Hier wohnte Johann Most, hier bestanden öffentliche und klandestine Gruppen, hier wurden der „Freie Arbeiter“ und der „Sozialist“ Gustav Landauers gedruckt, wurden Kontroversen ausgetragen, fanden „große öffentliche Volksversammlungen“ mit über 1.000 Teilnehmenden statt. Auf dieser Spurensuche begegnen wir der Vielfalt der historischen anarchistischen Bewegung und zeigen die Verankerung in Gewerkschaften und beginnenden Emanzipationsbewegungen der Moderne.

So 18.10. 18.00 Uhr / Finissage mit Kulturprogramm /
Lese-Kollage „kommune (t)räume“, Konzert mit Lennard Körber (Akkordeon), Musik-Clips und Bericht aus der Gezi-Bewegung, Abschluss-Party
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