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Viele machen viel

Nach den stadtpolitisch eher ruhigen 0er Jahren, die Kämpfe um „Freiräume“ und gegen Großprojekte prägten, war es ein Erfolg als an einem regnerischen Samstagnachmittag im November 2008 eine Mietendemo mit 1200 Leuten durch Kreuzberg zog.

Seitdem nahm der Widerstand gegen die Zumutungen der kapitalistischen Stadtpolitik rasant an Fahrt auf. Es gab hunderte von Aktionen. Demonstrationen, Kundgebungen und Infostände, Hausbesetzungen, die Blockade eines Investorenausflugdampfers auf der Spree und die Blockade von Zwangsräumungen, gesmashte Veranstaltungen von Politiker_innen und Investor_innen und gesmashte Scheiben von Immobilienbüros und Luxuslofts. Bei Straßenfesten wurde gefeiert, auf Vernetzungstreffen und Konferenzen diskutiert und gestritten, in Stadtteilinis versucht, sich mit den Nachbar_innen zu organisieren.

Und es gab und gibt dutzende von Initiativen, die weit über die Politszene hinausreichen. Manche beziehen sich auf die ganze Stadt wie das Bündnis Zwangsräumung verhindern, manche auf den Stadtteil wie Wem gehört Kreuzberg, manche gibt es schon lange wie Karla Pappel, manche erst einen Sommer wie Bizim Bakkal, manche besetzen ihre Freizeitstätte wie die Rentner aus der Stillen Straße, mache organisieren ihr Haus wie die Friedelstr. 54. Und ein alter Akteur trat neu und kraftvoll auf, besetzte Plätze, Schulen und Dächer: die Refugee-Bewegung.

Wir sind viele und viele können viel erreichen.